QMSR ersetzt QSR: Was Medizinproduktehersteller jetzt wissen müssen

QMSR ersetzt QSR: Was Medizinproduktehersteller jetzt wissen müssen

Ab dem 2. Februar 2026 gilt in den USA ein neuer regulatorischer Rahmen für Qualitätssysteme: Die bisherige Quality System Regulation (QSR) wird offiziell durch die Quality Management System Regulation (QMSR) ersetzt. Mit diesem Schritt passt sich die US-amerikanische FDA erstmals vollständig einem internationalen Standard an – der ISO 13485:2016.

Doch was bedeutet das konkret für Hersteller von Medizinprodukten, insbesondere für Unternehmen, die auf internationalen Märkten tätig sind? Und warum reicht eine Zertifizierung nach ISO 13485 allein nicht aus?

Dieser Blogbeitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen – und zeigt, wie MEDAGENT Sie bei der Umsetzung unterstützt.

Überblick: Was ist die QMSR?

Die QMSR ist die neue Qualitätsmanagementverordnung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und ersetzt die bisherige QSR (21 CFR Part 820). Ziel ist eine stärkere internationale Harmonisierung – insbesondere mit der Norm ISO 13485:2016, die weltweit bereits etabliert ist. Damit wird der Marktzugang für internationale Hersteller in die USA erleichtert – allerdings mit Einschränkungen.

Die FDA bleibt ihrer Rolle als Aufsichtsbehörde treu: Eine Zertifizierung nach ISO 13485 ersetzt keine FDA-Inspektion. Die Hersteller müssen also weiterhin mit Audits rechnen – und gleichzeitig ihre Prozesse an die neuen Anforderungen anpassen.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

ISO 13485 als Grundlage
Die QMSR orientiert sich weitgehend an der ISO 13485:2016. Wer bereits nach dieser Norm arbeitet, verfügt über eine gute Grundlage – muss jedoch zusätzliche Anforderungen aus dem US-Recht berücksichtigen.

Terminologieanpassung
: Begriffe wie DHF (Design History File), DMR (Device Master Record) und DHR (Device History Record) werden durch den international gebräuchlicheren Begriff „Medical Device File“ (MDF) ersetzt.

Risikomanagement nach ISO 14971
Die FDA empfiehlt ausdrücklich, Risikomanagementsysteme nach ISO 14971 zu integrieren. Unternehmen müssen Risiken nicht nur systematisch identifizieren, sondern auch lückenlos dokumentieren und überwachen.

Erweiterte Dokumentationspflichten
Unter anderem sind neue Anforderungen in folgenden Bereichen zu beachten:

  • UDI (Eindeutige Gerätekennung)

  • Rückverfolgbarkeit (Traceability)

  • Beschwerdebearbeitung und Korrekturmaßnahmen

  • CAPA-Prozesse (Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen)

Keine Ausnahmen bei Inspektionen
Auch wenn ein Unternehmen nach ISO 13485 zertifiziert ist, bleibt es gegenüber FDA-Inspektionen in vollem Umfang rechenschaftspflichtig. Zertifikate gelten nicht als automatischer Konformitätsnachweis.

Warum die Umstellung wichtig ist

Vorteile für Hersteller:

  • Weniger Doppelregulierung: Ein einheitliches System verringert den Aufwand für Unternehmen mit mehreren Marktzugängen.

  • Klarere Anforderungen: Die QMSR sorgt durch die Angleichung an etablierte internationale Standards für Transparenz.

  • Effizientere Prozesse: Wer nach ISO 13485 arbeitet, kann mit geringerem Aufwand auch die FDA-Anforderungen erfüllen – sofern die Lücken geschlossen werden.

Gleichzeitig bedeutet die QMSR auch: strengere Anforderungen an die Umsetzung und die Nachweispflicht. Die FDA plant derzeit die Überarbeitung von über 1.500 internen Richtlinien, um die QMSR einzuführen – einschließlich neuer Leitlinien, Formulare und Auditstrukturen.

Was Sie jetzt tun sollten

Die Zeit bis 2026 mag lang erscheinen – in der Praxis ist sie jedoch knapp bemessen. Denn die vollständige Umstellung Ihres QM-Systems, die Schulung aller Mitarbeiter und die Aktualisierung Ihrer Dokumentation erfordern Zeit.

Wir empfehlen folgende Schritte:

  1. Gap-Analyse starten: Welche Unterschiede bestehen zwischen Ihrer aktuellen ISO 13485-Zertifizierung und den Anforderungen der QMSR?

  2. Dokumente und Prozesse anpassen: Aktualisieren Sie Ihre SOPs, Risikomanagementpläne und CAPA-Prozesse.

  3. Mitarbeiter und Lieferanten schulen: Sorgen Sie dafür, dass alle die neuen Anforderungen einheitlich verstehen.

  4. FDA-Anforderungen kennen und umsetzen: Denken Sie auch an US-spezifische Aspekte wie UDI, Kennzeichnung oder die Bearbeitung von Beschwerden.

Wie MEDAGENT Sie unterstützt

Als erfahrene Experten im Bereich Regulatory Affairs unterstützt MEDAGENT Sie dabei, Ihre Prozesse frühzeitig und effizient an die QMSR anzupassen – mit einem umfassenden Leistungspaket:

  • Durchführung von Gap-Analysen zwischen QSR, ISO 13485 und QMSR

  • Anpassung Ihrer QM-Dokumentation einschließlich Terminologie und FDA-spezifischer Nachweisanforderungen

  • Vorbereitung auf Audits und Begleitung bei FDA-Inspektionen

  • Schulungen für Teams und Lieferanten

  • Strategieberatung für globale Märkte unter Berücksichtigung von MDSAP und Mehrmarktstrategien

Fazit

Die Einführung der QMSR markiert einen bedeutenden Wendepunkt für Medizinproduktehersteller, die auf dem US-Markt tätig sind. Auch wenn die Angleichung an die Norm ISO 13485 eine Erleichterung darstellt, ersetzt sie keineswegs die regulatorischen Anforderungen der FDA. Eine frühzeitige Vorbereitung ist entscheidend, um Verzögerungen, Inspektionsrisiken oder Marktzugangshindernisse zu vermeiden.

MEDAGENT steht Ihnen als zuverlässiger Partner zur Seite, damit Ihre Umstellung auf die QMSR ein Erfolg wird – kompetent, effizient, zuverlässig.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

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